INTERVIEW MIT MARTIN FREEMAN (Dr John Watson)
"Das hat unsere kühnsten Träume übertroffen', sagt Martin, wenn man ihn nach dem Erfolg der ersten Staffel von Sherlock befragt.
"Wir hatten gehofft, dass die Serie gut angenommen werden würde und die Zuschauer so viel Spaß daran hätten, wie wir. Wir hatten so viel Freude beim Dreh und sind sehr stolz auf das, was wir erreicht haben. Wie die Zuschauer das dann sehen liegt nicht mehr in unserer Hand und daher war die Reaktion fantastisch."
Ein Großteil des Erfolgs der Serie ist der großartigen Partnerschaft zwischen Sherlock und John Watson geschuldet, beginnend mit ihrem ersten Aufeinandertreffen bis hin zur Wohnungsteilung in der Baker Street 221b. Weiter beschreibt Martin, wie sich die Beziehung entwickelt hat und was das Publikum in der zweiten Staffel erwarten kann.
"Am Ende der ersten Staffel konnte man bereits sehen, wie sich die Beziehung zwischen John und Sherlock weiter verbessert hat. So war John nicht mehr ständig von den Dingen angefressen, die Sherlock tat sondern ärgerte sich nur noch Gelegentlich über einige seiner Aktionen. Das wird in der neuen Serie noch ein Stück weit besser und ich würde behaupten, dass es jetzt definitiv eine Partnerschaft ist. Wobei Sherlock die treibende Kraft ist, und John sich jetzt nur noch einen halben Schritt dahinter befindet, im Gegensatz zu den bisher sechs Schritten."
John Watson wird ursprünglich als eine Art Frauenheld dargestellt, wie wird er also auf Sherlocks Liebhaberin in Episode Eins reagieren: "John glaubt, dass es Sherlock weit besser gehen würde, wenn er sich auf ein menschliches Wesen einlassen würde anstatt sich immer nur seiner Theorien oder Ähnliches hinzugeben. John hatte, gemäß der Autoren, zwischenzeitlich natürlich einige Freundinnen gehabt, also vermute ich, dass er dies auch gerne von Sherlock sehen würde. Ich glaube, das würde Sherlock in Johns Augen menschlicher machen."
In Bezug auf was das Publikum von John Watson in dieser Serie erwarten kann, erklärt er:
"Nun gut, John wird jetzt nicht plötzlich anfangen zu deduzieren, doch natürlich braucht es auch jemanden wie John. Was er beisteuert ist nicht mit dem zu vergleichen, was Sherlock leistet, doch diese Art der "Laufarbeit", wie es Mycroft so gerne geringschätzig bezeichnet, ist äußerst hilfreich. John mag noch so unterschiedliche Laufarbeit für Sherlock verrichten, er wird sie immer mit gleicher Sorgfalt erledigen. Da gibt es noch einige Dinge mehr dieser Art, aber ich meine, es gibt eben nur einen bestimmten Grad an Entwicklung bezüglich Johns Rolle in der Deduktion, wenn es mehr wäre, dann wäre es nicht mehr Sherlock. Es kann hauptsächlich nur um ihn gehen und der einzige funktionierende Weg ist, John als Verstärkung zu sehen."
"Alles was ich als Schauspieler und als Zuschauer benötige ist eine passende Unterstützung, es muss interessant sein und auch eine gewisse Tiefe haben. Wenn ich es nicht für eine interessante Aufgabe halten würde, dann würde ich sicherlich auch keinerlei Zeit hier vergeuden."
Der wohl unvergesslichste Moment für Martin war die allererste Ankunft am Set von Sherlock:
"Ich weiß noch genau, wie ich das erste Mal am Set eintraf, da gab es diesen wunderhübschen leicht seltsam, leicht chaotisch aber dennoch klassisch dekorierten Raum, den man für einen viktorianischen Raum halten konnte. Viele Häuser hier in London haben diesen exzentrischen Look, sie sind ein Mischmasch aus Designs und Epochen und sie sind absolut authentisch."
In Bezug auf die Beziehung zwischen Sherlock und John, die das Publikum so sehr liebt, vermutet Martin:
"Ich denke, die Leute mögen es einfach Freundschaften zu sehen. Ich glaube sie lieben es Menschen zu sehen, die sich gegenseitig in den Wahnsinn treiben, gleichzeitig aber nicht ohne einander auskommen. Man kann es in Waiting For Godot und Steptoe And Son sehen, darum dreht sich alles, zwei Kerle die sich umbringen wollen aber letztendlich nicht wissen, was sie ohne den anderen tun sollten?"





