INTERVIEW MIT STEVEN MOFFAT (writer/co-creator)

"Zurück zu sein mit einer zweiten Staffel ist ein komplett anderes Gefühl", sagt Steven. "Beim letzten Mal kannte uns niemand und es gab sehr viele Skepsis gegenüber einen "modernisierten" Sherlock Holmes. Und jetzt sehen sie sich Benedict und Martin an, sie sind berühmt in ihren Rollen! Bisher hat sich die Serie in über 180 Ländern weltweit verkauft, es hat sich also so einiges geändert."

Die große Herausforderung in diesem Fall wird sein – wie kann man auf solch einen Erfolg aufbauen?

"Gut, in diesem Jahr mit diesem Erfolg im Rücken, vermute ich, haben wir uns einfach gesagt, lass uns die drei großen Dinge anpacken, die Frau, der Hund und der Fall."

"Anstatt das Publikum jahrelang warten zu lassen, dachten wir uns: zur Hölle mit der aufgeschobenen Vorfreude, lasst es uns einfach jetzt machen, mehr, früher, schneller!"

"Das wiederum bedeutet auch, dass wir drei verschiedene Seiten von Sherlock sehen werden. Sherlock und Liebe, Sherlock und Angst und Sherlock und Tod. In den drei Folgen wird er förmlich in die Mangel genommen."

Steven, der schon als Kind die Sherlock Bücher von Conan Doyle liebte, sagt, dass er und Co-Autor Mark Gatiss, die größten Sherlock Fans sind.

"Wir sind die größten Sherlock Holmes Freaks der Welt. Das es International so ein großer Erfolg geworden ist, ist nahezu grotesk. Es ist so etwas wie unser Prestigeprojekt, unser Hobby, und doch hat jeder alles gegeben!"

Als Antwort auf die Vorschläge, dass es mehr als diese drei Folgen hätte geben sollen, sagt Steven:

"Wir sehen sie als Filme an, denn sie sind 90 Minuten lang, und nachdem uns klar war, dass wir keine stundenlangen Episoden drehen würden, konnten sie nur dieses Ausmaß haben: sie mussten die Länge und die Wirkung eines Kinofilms haben."

Auf die Frage, wie sich die beiden Staffeln vergleichen ließen, antwortet Steven:

"Ich denke in der ersten Staffel ging es hauptsächlich darum John Watson von seinem Kriegstrauma zu befreien und ihn ein Stück weit zu einem Helden zu transformieren. Dieses Jahr geht es vielmehr darum, den mächtigen Sherlock Holmes zu formen."

Und auf die Frage, was er denkt, warum diese Geschichten nach wie vor so einen Bann ausstrahlen, fügt Steven hinzu:

"Wir haben fast vergessen wie gut die Charakter dieser Geschichte eigentlich sind. Sie sind nicht einfach nur ein altes Artefakt, das zufällig solch eine Bewunderung findet. Meiner Meinung nach, und das ohne jeden Zweifel, sind sie das Größte, was die Literatur hervorgebracht hat und das bereits seit ihrem ersten Erscheinen vor 100 Jahren im Strand Magazine. Und sogar jetzt sind sie ein großer Erfolg im Kino und im Fernsehen und das liegt auch an den Protagonisten, die nicht nur perfekt sondern einfach genial sind."